Krisenmanagement: Krisen frühzeitig erkennen

KrisenmanagementUnternehmen geraten aus vielfältigen Gründen in Krisen. Verdrängung der Frühwarnsignale, Fehlentscheidungen im Management, Finanzprobleme und falsche Markteinschätzungen sind die häufigsten Ursachen. Die WMC-Checkliste „Krisenmanagement“ hilft Ihnen dabei, Frühwarnsignale einer drohenden Krise zu erkennen und eine Schnellanalyse der aktuellen Bedrohung des Unternehmens durchzuführen.

Wann ist Krisenmanagement erforderlich?

Die Stabilität und Funktionsfähigkeit eines Unternehmens gerät meist schon viel früher in ein Ungleichgewicht, bevor sich die Umstände als Krise bemerkbar machen. Nach dem Start folgt zumeist eine rasante Wachstumsphase, in der alle auftretenden Schwierigkeiten voller Euphorie "mit Links" bewältigt werden. Mit ebendieser Euphorie werden frühe Warnsignale geflissentlich übersehen oder verdrängt. Interne Frühwarnsignale wie zunehmende Konflikte und Streitigkeiten in der Führungsmannschaft, werden als "normal" abgetan. Eine Verschlechterung der Zahlungsmoral der Kunden wird zumeist auch erst viel zu spät bemerkt, weil in der Wachstumsphase Controlling zumeist als lästig und überflüssig angesehen wird.

Die Folge ist ein Knick in der bisher positiven Unternehmensentwicklung, der sich immer weiter negativ entwickelt, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Wird eine Krise jedoch früh als solche erkannt und akzeptiert, dann können die notwendigen Maßnahmen für einen Neustart ergriffen werden. Krisenmanagement kann in allen Phasen zu einer Verbesserung der Situation durch Leistungssteigerung, Resturkturierung oder Sanierung beitragen.

Checkliste Krisenmanagement

Die Phasen einer Unternehmenskrise

Krisenmanagement PhasenJedes Unternehmen muss mit einer Krise rechnen. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Unternehmenskrisen in fünf Phasen gliedern lassen:

  1. Krisenprävention
  2. Früherkennung
  3. Schadensbegrenzung
  4. Neustart nach einer Krise
  5. Lernen aus der Krise

In der Präventionsphase erfolgt eine Sensibilisierung der Führungsmannschaft, welche Krisen einem Unternehmen überhaupt drohen können. Ebenso werden Faktoren zusammengestellt, die zur Auslösung der identifizierten Krisen beitragen können. Da die meisten Unternehmenskrisen auf falschen Markteinschätzungen beruhen, sind die einfachsten Formen der Prävention eine systematische Markt- und Medienbeobachtung und das Anwenden von Checklisten.

In der Früherkennungsphase wird gezielt nach kritischen Erfolgsfaktoren gesucht. Zahlreiche Softwarelösungen für Unternehmen enthalten Frühwarnsysteme für definierte Indikatoren. Aber auch mit der Markt- und Medienbeobachtung und durch Checklisten können sich anbahnende Krisen frühzeitig erkannt werden.

Ist eine Krise entstanden, dann muss an erster Stelle die Schadensbegrenzung für das Unternehmen stehen. Spätestens jetzt ist eine Strategie für die Krisenkommunikation erforderlich. Das vorbereitete Krisenhandbuch ist ebenfalls ein gutes Instrument, um die Krisenkommunikation in die richtigen Bahnen zu lenken.

Der Neustart nach einer Krise muss primär verlorene Reputation wiederherstellen. Die Strategie des Unternehmens und die Richtlinien der Kommunikation müssen korrigiert werden, da der Neustart absolute Priorität haben muss.


Fehlt noch das Lernen aus der Krise als letzte Phase, die alle Entscheidungsgrundlagen für den Neubeginn mit Phase 1 schafft, der Krisenprävention.

Alle Instrumente der geschilderten Phasen stellen wir Ihnen bei Bedarf zu Verfügung, dazu noch unsere langjährige Erfahrung im Krisenmanagement und fundiertes Know-how in der Krisenbewältigung sowie der Restrukturierung und Sanierung von Unternehmen.

Frühwarnsignale erkennen

Jeder Lenker eines Fahrzeugs ist gewohnt, die Armaturentafel seines Fahrzeugs im Auge zu behalten. Bei Benzinmangel wird der Fahrer durch eine spezielle Anzeige gewarnt. Wie aber erkennt ein Unternehmer, wenn dem Unternehmen der Treibstoff ausgeht? Ein Blick in die Kontoauszüge oder die Zahlen der BWA reichen hierzu nicht aus!

Untersuchungen haben gezeigt, dass die kritischen Erfolgsfaktoren eines Unternehmens primär in den Bereichen der Unternehmensführung, im Bereich Finanzen sowie im Marketing/ Vertrieb zu finden sind. Die Hauptursachen für das Scheitern von Unternehmen sind:

  • Die Führung ist unsicher und schätzt Marktentwicklungen falsch ein.
  • Wichtige Entscheidungen werden nicht gefällt oder dauern zu lange.
  • Wichtige Stammkunden, Lieferanten oder Geschäftspartner gehen verloren.
  • Das Unternehmen kann immer weniger neue Kunden werben.
  • Das Unternehmen gerät in Zahlungsschwierigkeiten.

Frühwarnsignale in der Führungsmannschaft

Falsche Markteinschätzungen bilden die Basis für Fehlentscheidungen. Darüber kommt es oft zum Streit in der Führungsmannschaft. Dauern solche Auseinandersetzungen an, dann hat dies negative Konsequenzen. Typisch sind Extreme wie autoritäre Entscheidungen oder das Ausbleiben wichtiger Entscheidungen. Auch eine steigende Abwanderung von Führungskräften oder eine auffällige Zunahme von Ja-Sagern sind Frühwarnsignale für eine drohende Krise.

Frühwarnsignale im Finanzmangement

Finanzielle Frühwarnsignale bleiben oftmals lange verborgen, da sich bspw. eine stagnierende oder sinkende Rentabilität über einen längeren zeitraum entwickelt. Zunehmende Beschwerden von Lieferanten über verspätete Zahlungen von Rechnungen oder eine Häufung von Rückfragen der Hausbanken fallen auf und sind Frühwarnsignale für finanzielle Probleme.

Frühwarnsignale im Marketing

Zu den sicheren Frühwarnsignalen gehört eine Zunahme von Kundenbeschwerden oder Reklamation. Ebenso der Verlust wichtiger Stammkunden oder ein anhaltender Rückgang der Neukunden. Natürlich auch eine spürbare Zunahme von negativen Meldungen in der Öffentlichkeit oder in den Sozialen Netzwerken.

Krisenprävention

Unternehmenskrisen bahnen sich erfahrungsgemäß sehr viel früher an, als sie dann meist zu spät erkannt werden. Je früher eine Krise erkannt wird, umso höher sind die Chancen, die oftmals existenzbedrohenden Konsequenzen durch gezielte Maßnahmen abzuwenden. Krisenprävention ist in der Regel in drei Bereichen erforderlich:

  1. auf hrungsebene
  2. im Bereich Finanzen
  3. im Marketing und Vertrieb

Krisenprävention von Führungsproblemen

An mehreren Indikatoren kann erkannt werden, ob es in der Führung eines Unternehmens Warnsignale gibt. Falsche Einschätzungen von Markt und Wettbewerb lösen Fehlentscheidungen aus. Diese bewirken schwelende bis offenen Streitigkeiten innerhalb der Führungsmannschaft. Autokratische und autoritäre Entscheidungen nach der Methode "Basta!" sind sichere Zeichen für den Beginn einer Krise!

Auch das vermehrte Auftreten von Ja-Sagern und plötzlich eintretende Fluktuation im Management deuten darauf hin, dass dieses Unternehmen existenzielle Probleme hat, die ein Krisenmanagement erfordern.

Krisenprävention von Finanzproblemen

Stagniert oder verschlechtert sich die Rentabilität des Unternehmens über einen längeren Zeitraum, so deutet dies auf Warnsignale aus dem Bereich Finanzen. Ein systematisches Controlling von Kennzahlen liefert frühzeitig konkrete Hinweise durch:

  • Umsatzrückgänge
  • Kostensteigerungen
  • Gewinneinbrüche
  • Negativen Cash Flow

Krisenprävention von Marketing- oder Vertriebsproblemen

Verfehlungen von Zielsetzungen sind ebenso Indikatoren, wie zunehmende Kundenverluste oder stagnierende Auftragseingänge. Müssen Planzahlen wiederholt nach unten korrigiert werden. entwickelt sich die Kurve der Anzahl Neukunden über mehrere Monate nicht positiv oder sogar nach unten entwickelt oder gehen wichtige Stammkunden verloren, dann ist Krisenmanagement erorderlich.

Alarmzeichen sind ebenso eine zunehmende Häufung negativer Meldungen über das Unternehmen in der Öffentlichkeit oder ein messbarer Rückgang von Kundenempfehlungen.

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